Greta hat mich inspiriert…

Immer mehr Menschen machen sich Sorgen und wollen etwas dafür tun, unseren Planeten zu retten. Ich gehöre auch zu diesen Menschen. Meine Gäste in Helsinki sind sehr oft Kreuzfahrtgäste. Am einfachsten wäre es, diese Art des Tourismus einfach zu verteufeln und zu verurteilen. Tatsache ist jedoch, dass dadurch weder diese Art von Tourismus aufhört zu existieren noch irgendein Problem gelöst wird. Dazu kommt, dass “in Bausch und Bogen verdammen” denjenigen sehr einfach fällt, die noch nie die Vorteile von Kreuzfahrten genossen haben. Mit welcher anderen Reiseform kann man mit dem Rollstuhl die Welt sehen (hier der Blog einer finnischen Dame, die im Rollstuhl die Welt erobert: http://www.palmuasema.fi/in-english/)? Und welche andere Form des Reisens kann einer Familie ermöglichen, dass Oma und Opa die Panoramafahrt machen oder auch einfach an Bord bleiben, während Mama und Papa zusammen eine Wanderung unternehmen und die Kids einen begleiteten Ausflug in den Zoo unternehmen? Früher hätte Oma zuhause bleiben müssen, weil sie mit Rollator schon Probleme gehabt hätte, noch öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

In der Reiseindustrie gäbe es Lösungen, und nur wenn die Kunden diese favorisieren, wird etwas passieren. Natürlich ist die Verwendung von schwefelfreiem Treibstoff teurer als das teuflische Schweröl. Das könnte bedeuten, dass man lieber eine umweltfreundlichere Kreuzfahrt in drei Jahren macht als eine umweltschädigendere pro Jahr. Oder in jedem Fall das Schiff zu wählen, das die Umwelt weniger verschmutzt.

Um meinen kleinen Beitrag zu diesen Entscheidungen zu leisten, habe ich mit meinem Unternehmen Claudias Helsinki folgende Entscheidung getroffen: ich werde Gäste, die die Umwelt besser behandeln, bei der Vergabe von meinen Fremdenführerdiensten und damit meiner Zeit favorisieren.

Im Detail sieht das folgendermaßen aus:

Bei gleichzeitiger Anfrage für einen Termin (zum Beispiel für den 1.7.2020 am Vormittag) erhalten die Gäste den Zuschlag, die die umweltfreundlichere Anfahrt nach Helsinki gewählt haben, in folgender Reihenfolge:

  1. wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad oder mit dem Segelschiff nach Helsinki gekommen ist
  2. wer mit der Bahn nach Finnland gekommen ist
  3. wer mit einem umweltfreundlichen Kreuzfahrtschiff nach Hki oder der Megastar aus Tallinn oder der Viking Grace aus Stockholm nach Turku (beide letztere Schiffe verwenden Flüssiggas, die Viking Grace darüber hinaus einen Flettner-Rotor) gekommen ist
  4. wer mit dem Flugzeug nach Helsinki mit Direktflug gekommen ist
  5. wer mit dem Flugzeug nach Helsinki mit Umsteigen gekommen ist
  6. wer mit einem umweltunfreundlicheren Kreuzfahrtschiff nach Hki gekommen ist

Ausschlaggebend ist die Liste des NABUs auf dem jeweils letzten Stand (https://www.nabu.de/news/2018/08/25034.html, Stand 2018). Für englischsprachige Schiffe existiert von den „FOE: Friends of the earth“ unter https://foe.org/cruise-report-card/ eine ähnliche Liste, nur eine einzige Linie erhält hier die beste Note A, Disney Cruise. Außerdem spielt bei FOE auch eine Rolle, ob die Gesellschaft von Gerichten verurteilt worden ist (Zitat von der FOE-Seite: „Carnival Corp. has been on criminal probation in the US for the last two years as part of a $40 milli on fine and plea agreement for illegally dumping oily waste into the ocean and obstruction of justice.“). Interessant zu wissen, dass die britisch-amerikanische Carnival Corporation & plc das größte Kreuzfahrtunternehmen der Welt darstellt. Unter seinen Marken befindet sich AIDA Cruises, Carnival Cruise Line, Costa Crociere, Cunard Line, Holland-America Line, P&O Cruises, P&O Cruises Australia, Princess Cruises und Seabourn Cruise Line. 
Als umweltfreundlichere Kreuzfahrtschiffe gelten all diejenigen, die auf der NABU-Liste auch nur ein bisschen Grün aufweisen:

  • Aida Nova (einziges Kreuzfahrtschiff mit Flüssiggasantrieb, derzeit nur im Mittelmeer unterwegs),
  • alle Schiffe der TUI/MeinSchiff-Flotte außer die MeinSchiffHerz und die MeinSchiff2,
  • die Europa 2,
  • die AIDA Prima (läuft Helsinki an), Perla (kommt nicht nach Helsinki), Sol (kommt nicht nach Helsinki),
  • Le Champlain, Le Laperouse (habe ich beide noch nie in Helsinki gesehen)
  • die Bremen, die Hanseatic und die Europa.
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Mit Schiffsbauingenieuren der Meyer Werft Turku, die die neue TUI/ MeinSchiff1 im Hafen von Helsinki betreuen. Das Schiff verfügt über einen Scrubber, der den Schwefel aus den Abgasen herauswäscht.

Sind beide Interessenten für die Führung mit dem Flugzeug gekommen, dann erhält der Gast den Zuschlag, der die umweltfreundlichere Führung wählt: Also ein Spaziergang durch Helsinki statt einer Bustour.

Bei zwei oder mehreren deutschsprachigen Kreuzfahrtschiffen im Hafen Helsinkis, deren Auftrag über eine Agentur abgewickelt wird, arbeite ich für die Agentur, die das umweltfreundlichere Schiff betreut. Betreut eine Agentur mehrere Schiffe am selben Tag, so bitte ich die Agentur, mich für das umweltfreundlichere Schiffe einzuteilen.

Außerdem verpflichte ich mich, von Saison zu Saison immer mehr Aufträge zu Fuß und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durchzuführen. Falls für denselben Tag und dieselbe Zeit Anfragen hereinkommen, so werde ich diejenige bevorzugen, die Helsinki zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln wählt. Hier bestimmt jedoch meistens der Kunde selbst, wie er Helsinki erkunden möchte.

Liebe Gäste, Sie haben es in der Hand: Entscheiden Sie, wie Sie hierherkommen und wie Sie Helsinki sehen wollen!

Darüber hinaus würde ich mich freuen, wenn andere Unternehmen es mir nachmachen würden und die Gäste als Kunden favorisieren, die sorgsamer mit unserem Planeten umgehen. Es wäre schon eine tolle Sache, wenn bei der Knappheit an deutschsprachigen Fremdenführern in Helsinki die Gäste belohnt werden, die sich Gedanken gemacht haben.

Claudias Helsinki macht übrigens selbst auch jede Menge für den Umweltschutz: So haben weder mein Unternehmen noch ich ein Auto, im Bedarfsfall miete ich Transportmittel und Fahrer.
Mein Büro wird mit Fernwärme gewärmt, der Strom ist umweltfreundlicher Strom aus Wind und Wasser, vom kommunalen Anbieter Helen.