Eine Reise mit der MS Amera – gebaut in Turku, unterwegs auf allen Ozeanen
Es gibt Reisen – und es gibt Weltreisen. Wer sich für Letzteres entscheidet, sucht nicht nur nach Erholung, sondern nach einem echten Abenteuer. Und was könnte passender sein, als dieses Abenteuer auf einem Schiff zu erleben, das in Finnland gebaut wurde und mit deutscher Bordsprache unter der Flagge der Bahamas die Weltmeere bereist?
Die MS Amera, ein elegantes Kreuzfahrtschiff mit bewegter Geschichte, wurde 1988 in der Wärtsilä-Werft in Turku gebaut (so hieß die Werft in Turku damals, heute ist es Meyer Turku). Ursprünglich als Royal Viking Sun für die Royal Viking Line konzipiert, wechselte das Schiff mehrfach den Namen und die Reederei, bevor es 2019 von Phoenix Reisen übernommen und in Amera umbenannt wurde. Und es ist derzeit das einzige deutschsprachige, in Finnland gebaute Schiff, mit dem man die Welt umreisen kann!

134 Tage – Einmal um die ganze Welt
Die aktuelle Weltreise mit der MS Amera startet am 16. Dezember 2025 in Bremerhaven und endet am 29. April 2026 in Marseille. In diesen 134 Tagen erleben die Gäste eine Route, die kaum abwechslungsreicher sein könnte.
Es geht los in Bremerhaven, kurz vor Weihnachten. Es geht Richtung Portugal und danach Madeira (Funchal). Weihnachten verbringt man gemütlich auf hoher See, während man den Atlantik Richtung Karibik überquert. So kann man dem Weihnachtstrubel zuhause entfliehen und die Festtage ohne Stress auf dem Schiff verbringen. Am Neujahrstag kommt man auf St. Maarten auf den Niederländischen Antillen an.

In der Karibik werden St. Johns (Antigua), Roseau (Dominica), Castries (St. Lucia), die kleine Grenadineninsel Bequia (St. Vincent), St. George (Grenada) und Willemstad (Curaçao; ja, mit Möglichkeit zum Besuch der Likörfabrik!) besucht. So kommt man auch auf ABC – aber statt Bonaire das wesentlich unentdecktere Bequia!
Es geht weiter mit zwei Zielen in Kolumbien und dann folgt einer der großen Höhepunkte: die Durchfahrt durch den Panama-Kanal. Mit dabei ein Overnight von zwei Nächten in Panama-City!
Danach werden Costa Rica und Guatemala mit jeweils einem Hafen angesteuert, bevor zwei Häfen in Mexico an der Reihe sind. Danach folgen acht Seetage inklusive der Äquatorüberquerung, die sicherlich mit der dementsprechenden Äquatortaufe gefeiert wird.
Dann folgen zwei Ziele auf den Marquesas-Inseln (Französisch-Polynesien). Im Ort Nuku Hiva befindet sich das Taipivai-Tal, das ursprünglich durch den amerikanischen Schriftsteller und ehemaligen Seemann Herman Melville (1819-1891, „Moby-Dick“) bekannt wurde, der sein Schiff verließ und sich in diesem Tal versteckte. Er wurde von der indigenen Bevölkerung gefangen genommen und lebte dort drei Wochen, in denen er die Lebensweise der Menschen kennenlernte. Diese Erfahrung inspirierte ihn den Roman „Taipi“ zu schreiben. 2001 wurde hier das Basislager für den Drehort der Reality-Fernsehsendung „Survivor“ aufgeschlagen.
Es folgen insgesamt sechs Häfen, die zu Französisch-Polynesien gehören: Rangiroa / Tuamotu-Archipel; Moorea, Raiatea, Bora Bora, Papeete (Tahiti) und Huahine. Allein die Namen machen Lust auf Südsee. Es folgt Pago Pago auf Amerikanisch-Samoa, bevor leider ein Tag an der Datumsgrenze entfällt (sorry, falsche Fahrtrichtung). Danach Apia, die Hauptstadt des unabhängigen Staates Samoa (übrigens von 1900 bis 1914 als Deutsch-Samoa eine deutsche Kolonie!).
Nach zwei Seetagen Erholung geht es weiter zu zwei Zielen auf den Fidji-Inseln, nach einem weiteren Seetag Mystery-Island auf Vanuatu. Nach weiteren drei Seetagen wird Neuseeland erreicht, zuerst Bay of Islands und dann natürlich die Hauptstadt Auckland.
Vier Seetage braucht man für den Weg nach Australien, wo auch seltene Ziele angelaufen werden. Eben nicht nur Sydney, das mit zwei Overnights vertreten ist, sondern auch Hobart (Insel Tasmanien), Melbourne, die Känguruh-Insel, Adelaide, Esperance, Busselton und Freemantle.
Dann kommen die Liebhaber von Seetagen wieder zu ihrem Recht. Insgesamt acht Seetage braucht man bis zu Mauritius, wo zwei Häfen angefahren werden.
Es folgt La Réunion und das ebenfalls seltene Ziel Madagaskar, bevor man vier Häfen in Südafrika anläuft (mit Overnight in Kapstadt).
Nach weiteren Seetagen ist St. Helena ein weiterer Höhepunkt, hier kann man auf den Spuren Napoleons wandern. Weitere Seetage und zwei Ziele auf den Kapverdischen Inseln folgen.
Teneriffa und Gran Canaria erscheinen nach der Exotik schon fast ganz profan. Ausschiffung erfolgt Ende April in Marseille. Dann sollte das Frühjahr auch schon in Mitteleuropa Einzug gefunden haben.

Ich kann nur sagen: Falls ich im Lotto gewinnen sollte, dann kann sich Phoenix sicher sein, dass ich hier eine Kabine buchen würde. Die günstigsten Plätze in einer Dreibettkabine mit etwas über 16.000 Euro sind alle schon ausgebucht, die günstigsten noch erwerbbaren Plätze finden sich in der Zweitbettkabine außen mit knapp 27.000 Euro (circa 200 Euro pro Tag).
Diese Route verbindet kulturelle Highlights, Naturwunder und exotische Inselwelten – ein echtes Kaleidoskop der Welt.
Komfort trifft Charakter
Die MS Amera bietet Platz für 835 Passagiere und überzeugt mit einem hohen Anteil an Außen- und Balkonkabinen. An Bord erwarten die Gäste:
– Vier Restaurants, darunter das Spezialitätenrestaurant Pichlers (reservierungspflichtig, aber ohne Aufpreis!)
– Fünf Bars
– Theater und Veranstaltungsfläche
– Spa, Fitnessstudio und Poolbereich
Die Atmosphäre ist familiär und persönlich – wie es häufiger typisch ist für kleinere Schiffe.
Ein Schiff mit Geschichte
Die Amera ist nicht nur ein komfortables Kreuzfahrtschiff, sondern auch ein Stück maritime Geschichte. Als Prinsendam war sie einst das kleinste Schiff der Holland America Line und wurde liebevoll „Elegant Explorer“ genannt. Seit ihrer Taufe in Bremerhaven im August 2019 fährt sie unter der Flagge der Bahamas – und bringt ihre Gäste sicher und stilvoll rund um den Globus.
Fazit
Eine Weltreise mit der MS Amera ist mehr als nur eine Kreuzfahrt. Es ist eine Reise mit einem Schiff, das finnische Ingenieurskunst, internationale Geschichte und deutsche Gastfreundschaft vereint.
Ein Gedanke zu “Mit einem in Finnland gebauten Schiff rund um die Welt (Edition 2025)”