Sieben Tipps für Möchtegernauswanderer nach Finnland

Bei meinem Blog sehe ich auch immer wieder, welche Suchbegriffe meine Leser verwendet haben… außer man hat es bewusst vor den Suchmaschinen verborgen. Einige dieser Begriffe lassen darauf schließen, dass Deutsche sich überlegen, Deutschland den Rücken zu kehren und es im Norden neu zu versuchen. Leider sehe ich im Internet jede Menge Blauäugigkeit und Naivität, was das Thema Auswandern angeht, ich werde daher ganz klare Worte benutzen.

 

Da die Betroffenen sich schon einmal darauf einstellen sollten, dass in Finnland geduzt wird, möchte ich euch hier duzen:

 

  1. Wenn du weder Finnisch noch Schwedisch noch Englisch kannst, dann lass es lieber sein! Ebenso, wenn du über 20 bist und noch keine andere Fremdsprache gelernt hast (das wird in den wenigsten Fällen auf Deutsche zutreffen, aber zum Beispiel oft auf Amerikaner oder Engländer). Natürlich ist es nicht komplett unmöglich, aber man sollte realistisch sein, in den wenigsten Fällen hat man die Zeit und die Ressourcen, die man bräuchte, um von Null auf Fremdsprachenlernexperte zu kommen. Du solltest mindestens Englisch als Arbeitssprache beherrschen, da alle Informationen, zum Beispiel von Behörden, maximal auf Englisch existieren, aber nicht auf Deutsch. Mit Schwedisch geht es nur in wenigen kleinen Bereichen an der Westküste, schon in Helsinki wird es schwierig, weil man zwar offiziell Schwedisch gelernt hat, aber dann doch nicht wirklich… weil vielen die Motivation dazu fehlt.
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Helsinki von der Insel Lammassaari aus gesehen

  1. Ich würde dir raten, zuhause schon mit Finnisch zu beginnen, also mit einem VHS-Kurs und diversen Online-Lerninhalten (mehr ist in der Regel fast nirgendswo zu bekommen, außer du hast Glück und kannst dich bei einer der wenigen Unis einschreiben, die Finnischkurse anbieten). In Finnland dann solltest du sofort weitermachen und das Sprachenlernen deine erste Priorität machen. Ohne die Sprache wird es nichts mit der Integration und in den meisten Fällen auch nichts mit einem Job. Mach dir keine Illusionen darüber, wie wenig oder viel Zeit du dafür investieren musst. Mach nicht den Fehler, das auf die lange Bank zu schieben. Die meisten unterschätzen den erforderlichen Aufwand. Englisch ist mindestens um die Hälfte einfacher. Wenn du schon mit dem Englischen gekämpft hast und keine wirklichen Fremdsprachenstrategien entwickelt hast, dann gehst du unter. Es gab Leute, die mit der Begründung „diese Sprache lernt man nie“ wieder zurück ins Heimatland gekehrt sind. Du brauchst eine gute Strategie und Durchhaltevermögen. Das wird kein Sonntagsspaziergang! Zum Sprachlernen gehört natürlich auch, dass du dich mit Kulturunterschieden auseinandersetzt. Kommst du damit zurecht, wenn die Leute dich anschweigen? Ist es für dich okay, wenn du immer den ersten Schritt machen musst, um jemanden kennenzulernen (ja, das wirst du in 90% der Fälle tun müssen!)?
  2. Falls du – aus welchen Gründen auch immer – sehr wenig Zeit fürs Fremdsprachenlernen hast, dann gibt es einen kleinen Rettungsstrohhalm: das Schwedische! Der Aufwand bewegt sich dabei im erträglichen Rahmen (garantiert wahrscheinlich nur die Hälfte von dem, den du ins Finnische reinsteckst), um zum Ergebnis „ich kann Sätze in dieser Fremdsprache produzieren, die verstanden werden“ zu gelangen. Vorteil: du bekommst Anschluss an die schwedischsprachige Bevölkerung Finnlands, sie werden dich lieben! Nachteil ist natürlich, dass du damit 90% ausschließt, denen du nur mit Finnisch näher kommst. In bestimmten Lebenslagen könnte dieses allerdings eine durchaus überlegenswerte Strategie sein, insbesondere, wenn du dich in einen schwedischsprachigen Partner oder Partnerin verliebt hast!

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    Schon an diesem Schild wird klar, warum Schwedisch so viel einfacher ist als Finnisch

  3. Überleg dir vorher, wie deine berufliche Strategie aussieht. Am besten ist es, du besorgst dir den Job schon bevor du umziehst. Deine Ausbildung solltest du schon hinter dir haben, insbesondere wenn es eine klassische Lehre ist, die dir hier einen super Wettbewerbsvorteil gibt (ist hier extrem selten, dass jemand so eine Ausbildung gemacht hat). Glaub nicht, dass dafür Finnland besser wäre, ist es nicht! Die Stärken des finnischen Bildungssystem liegen in der allgemeinbildenden Schule, nicht im Berufsschulsystem. Es gibt eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und die Firmen sind nicht bereit, auszubilden, sie bevorzugen fertig ausgebildete Fachkräfte. Wie auch immer, zumindest solltest du dir so viel wie möglich Informationen besorgen, wie es weitergehen könnte (Plan A, Plan B, Plan C). Einfach blauäugig hierherkommen und dann weitersehen ist keine gute Strategie. Auch mit der Krankenversicherung kann es schwierig werden, wenn man keinen Arbeitsplatz vorweisen kann. Sogar einheimischen Finnen wird bei einer Rückkehr manchmal monatelange die kalte Schulter gezeigt, wenn man keinen Arbeitsvertrag vorliegen hat! Wenn jemand einen Arbeitsvertrag vorlegen kann, dann kann die nationale Versicherung KELA nämlich nichts anderes als diese Person in das finnische System aufnehmen. Ist dieses nicht der Fall, kann man als „vorübergehend in Finnland, aber mit deutschem Krankenversicherungsschutz“ eingestuft werden, was sich dann als verhängnisvoll herausstellt, wenn dieser nicht mehr bestehen sollte (unbedingt aufpassen, dass das nicht passiert!). Kann alles allerdings zwischendurch auch mal gut gehen, wenn du einen Beruf hast, der hier Mangelware ist, z.B. Klempner oder Fliesenleger. Aber auch da: Klempner ohne Englisch geht auch nicht!
  4. Plane deinen Umzug von langer Hand. Wenn man zum Beispiel ein Auto aus Deutschland mitnehmen will, das als Umzugsgut deklariert wird und dadurch nicht versteuert werden muss, dann muss man dieses mindestens ein Jahr vorher besessen haben. Wenn man es ein Jahr in Deutschland gehabt hat, dann muss man es in Finnland noch weitere zwei Jahre besitzen, bevor man es steuerfrei verkaufen kann. Hat man es im Ausland vorher zwei oder mehr Jahre besessen, dann muss man es in Finnland noch ein weiteres Jahr besitzen, um es später steuerfrei zu verkaufen (mindestens drei Jahre Besitz, davon mindestens ein Jahr im Ausland, in der Zeit in Finnland darf KEIN anderer als diejenigen, die umgezogen sind, mit dem Auto fahren, du darfst also auch nicht das Auto deinem finnischen Kumpel ausleihen!). Daher lohnt es sich, sich spätestens ein Jahr vor geplantem Umzug ein Auto zuzulegen, dass dann auch finnlandtauglich ist Dieses Gesetz hat sich leider geändert (und damit du weißt, wie es vorher war, habe ich den Text nur gestrichen und nicht weggenommen!), und wie du schon vermuten kannst, nicht zu deinen Gunsten. Jeder muss jetzt beim Import eines Autos Steuern zahlen. Das entsprechende Gesetz könnte zwar der Europäische Gerichtshof kippen (weil es die Freizügigkeit einschränkt, es sollte steuerlich bei der Behandlung deines UMZUGSGUTES keinen Unterschied ausmachen, ob du von Hamburg nach München oder nach Helsinki umziehst), aber bis dahin können noch Jahre vergehen. Trotzdem lohnt es sich, den Wagen aus Deutschland mitzunehmen, und dann Steuern zu zahlen. Weil die Autopreise einfach hier insgesamt höher sind. Willst du also nach Lappland ziehen, ist unter Umständen Vierradantrieb keine schlechte Idee. Und es lohnt sich, ein Auto mitzunehmen, selbst wenn du kein großer Autofreund bist und vorhast, das Auto so bald wie möglich zu verkaufen. Die Preise für Gebrauchtwagen sind hier wesentlich höher als in Mitteleuropa, ein Auto, das in Deutschland maximal nur noch 1000 Euro erzielen würde, kann man hier für 3000 Euro verkaufen. Wer weiß, dass er unbedingt auf ein Auto angewiesen sein wird, der sollte unbedingt eines als Umzugsgut mitnehmen, hier eins zu kaufen kostet ein Mehrfaches und ist definitiv keine gute Idee. Das Auto beim Umzug nach Finnland zu bekommen ist kein Kunststück, entweder – bei viel Vorplanzeit – nimmt man die Finnlines-Fähre von Deutschland nach Helsinki oder Turku oder man fährt über Schweden. Besonders bei einem Umzug im Sommer sollte man den Autoplatz bereits circa ein halbes Jahr im Voraus buchen, wenn man auf einen bestimmten Tag angewiesen ist. Wer zu spät kommt, muss dann durch Schweden fahren. Die Tarife sind übrigens so gestaltet, dass die Fähre immer ein bisschen teuer ist als wenn man durch Schweden fährt. Die Ochsentour durch Schweden lohnt sich nur, wenn man zwei Autofahrer hat, die sich abwechseln können, so dass man nicht zwischendurch im Hotel übernachten muss oder du von der Logistik die Tour so planen kannst, dass du ohne Übernachtung in Schweden auskommst.
  5. Hast du Kinder? Oder planst du welche? In beiden Fällen ist Finnland ein gutes Land für dich. Es könnte sein, dass es sich lohnt, den Umzug auf die schulische Situation abzustimmen, also zum Beispiel vor Eintritt in die Schule nach Finnland zu ziehen oder nach Beendigung der Grundschule. Deine Kinder haben im Schulalter das Recht auf zwei Stunden muttersprachlichen Deutschunterricht in deiner Wohnsitzgemeinde. Allerdings müssen die Kinder nicht aus derselben Klasse oder Klassenstufe sein, es kann sein, dass Kinder aus den Klassen 1-9 eine einzige Klasse bilden. Die Lehrkraft muss dann Binnendifferenzierung durchführen, was sehr arbeitsintensiv ist, nicht alle wollen das lange durchhalten. Ich habe selbst ein Jahr lang diesen Unterricht in Helsinki erteilt und hatte eine Gruppe mit Kindern der Klassenstufen 1-4 und eine weitere mit Kindern der Klassenstufen 5-9. Für jede der Gruppen musste ich den Unterricht mindestens doppelt vorbereiten und hatte immer noch das Gefühl, nicht allen SchülerInnen gerecht zu werden. Dir muss also bewusst sein, dass dein Kind zwar das Anrecht auf einen solchen Unterricht hat, aber dann in einer sehr heterogenen Klasse sein kann, zusammen mit Kindern mit sehr unterschiedlichen Deutschkenntnissen. Einige Eltern legen übertriebene Hoffnungen in diesen muttersprachlichlichen Unterricht und glauben, dass mit den zwei Stunden das Kind ein ähnliches Niveau erreichen wird wie mit dem Schulunterricht in einem deutschsprachigen Land. Vor diesen Hoffnungen muss ich warnen! Warum? Unter Umständen hast du es auch mit völlig unverständigen Mit-Eltern zu tun, die ihr Kind in den Deutschunterricht schicken, obwohl zuhause gar nicht Deutsch gesprochen wird. Ich hatte so einen Fall, die russischsprachige Mutter wollte unbedingt das Deutsch ihrer Tochter fördern, der Vater arbeitete aber in Deutschland und war als ständiger Konversationspartner nicht wirklich vorhanden. Auf meine Briefe wurde nicht reagiert und die Tochter war natürlich nicht in der Lage, dem 100% deutschsprachigen Unterricht zu folgen, was diese mit dem ständigen Stören des Unterrichts beantwortete. Irgendwann habe ich dann das Handtuch geworfen. Voraussetzung ist, dass sich insgesamt fünf Kinder für diesen Unterricht finden. Das bedeutet in der Regel, dass in sehr kleinen Orten dieser Unterricht nicht angeboten werden kann, in Utsjoki in Lappland wird es wahrscheinlich nichts damit werden. Am besten sieht es natürlich in der Hauptstadtregion aus, wo deine Kinder auch den muttersprachlichen Zweig der Deutschen Schule (Nähe Zentraler Busbahnhof und Metrostation Kamppi) besuchen können. Es gibt auch einen deutschsprachigen Kindergarten im Stadtteil Lauttasaari. Es lohnt sich unter Umständen, deinen Wohnort dahingehend auszusuchen, dass die öffentlichen Nahverkehrsverbindungen zum Kindergarten beziehungsweise zur Deutschen Schule ohne Umsteigen top in Ordnung sind.
  1. Kannst du mit der Tatsache leben, dass Finnland circa 20% teurer ist als Deutschland (siehe mein Blog Wie hoch ist der Durch-schnitts-verdienst in Finnland? )? Ohne ständig zu meckern und mit Deutschland zu vergleichen? Wer viel verdienen will, sollte nach Norwegen gehen, nicht nach Finnland (dort würdest du allerdings noch mehr meckern, weil alles nochmal teurer ist als in Finnland, aber man verdient auch dementsprechend).  Wenn du zu den Deutschen gehörst, die schon in Deutschland sich über zu hohe Preise beschweren, dann wird es extrem schwierig in Finnland. Nicht nur, dass Meckern ja nichts hilft, es kommt natürlich auch nicht gut an, wenn du ständig jedem unter die Nase reibst, dass das entsprechende Produkt in Deutschland um 50% günstiger wäre. Natürlich gibt es Strategien, um trotzdem über die Runden zu kommen (siehe mein Blog Und wie kommen die Finnen über die Runden?), aber wenn du 500 Kilometer entfernt von Helsinki wohnst, dann wird es nichts mit häufigen Ausflügen nach Tallinn.

 

 

Wenn du dich gut vorbereitet hast, mit dem Finnischlernen begonnen hast, zum Beispiel mit einem finnischen Tandempartner, dem du Deutsch beibringst, und von dem du Finnisch lernst, mit Apps, mit denen du deine Bahnfahrtzeiten nutzt, dir eine Arbeitsstelle besorgt hast, dann Glückwünsch! Deine ganz persönlichen Probleme solltest du allerdings schon zuhause gelöst haben, ein anderes Land wird sie nicht für dich lösen. Für ganz spezielle Berufswünsche kann Finnland sogar viel besser geeignet sein als Deutschland, wer gerne eine Husky-Farm aufbauen will, kann das in Lappland besser als in Mitteleuropa. Im Idealfall findest du hier, was du in Mitteleuropa vermisst hast: viel Platz, mehr ursprüngliche Jahreszeiten und noch viel mehr Natur.

Kilpisjärvi

Am See Kilpisjärvi in Lappland

4 Gedanken zu “Sieben Tipps für Möchtegernauswanderer nach Finnland

  1. Gute Tipps, vor allem das Thema Sprache. Wer die neue Landessprache nicht lernt, dem bleibt so viel verschlossen, und wer die Sprache spricht, der gewinnt Herzen!!! Griechisch oder Finnisch sind wahrscheinlich beide große Herausforderungen… Lieben Gruß gen Norden

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  2. Ja, meines Wissens nach gibt es hier nur eine Fremdenführerin, die als finnische Muttersprachlerin sowohl Deutsch als auch Griechisch beherrscht.
    Das verhängnisvolle hier ist, dass die Englischkenntnisse der Finnen so gut sind, dass viele sich denken, dass es mit Englisch auch klappt. Ja, man kann mit Englisch hier überleben, eines der wenigen Länder, wo das überhaupt geht, aber nicht wirklich leben. Bei Griechenland kommt wohl keiner auf die Idee, dass man dort mit Englisch leben kann, ohne Griechisch zu lernen. Nordische Grüße in den Süden!

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  3. Also ich schreibe mal was aus der Sicht einer Deutschen die ca 500km nördlich von Helsinki im ländlichen Bereich lebt. (und das seit ca. 35 Jahren).

    Mal abgesehen von der Sprache ist vielen auch nicht bewusst, dass Finnland kulturell kein heterogenes Land ist. Die Region um Helsinki und einige andere sg. Großstädte zeigt dies nicht, denn der Zuzug aus ländlichen Regionen war in den letzten Jahren enorm. Verläßt man nun den Dunstkreis dieser Städte kommen die Unterschiede zum Vorschein – mit anderen Worten gibt es teilweise große Unterschiede, auch sprachlich mit den Dialekten, speziell in ländlichen Gebieten. Man sollte sich auch bewusst sein, daß es im Selbstverständnis der Auffassung von der so gepriesenen Natur durchaus Unterschiede gibt. Ich lebe hier in Finnland seit 35 Jahren, spreche die Sprache perfekt und höre oft, daß es insbesondere auf das sg. Jedermannsrecht bezogen viel Unmut über die Deutschen gab und gibt. Der Wald hier gehört jemandem, ländlich leben viele von der Waldwirtschaft und Leute die an privaten Stegen anlanden, in der Nähe von Sommerhäusern campen oder ein Feuerchen machen sind extrem unbeliebt. Die Auslegung von privat ist hier anders als in Deutschland. Lieber einmal mehr fragen als nur machen, das ist vielleicht nicht gesetzlich nötig, aber es ist ein Zeichen von Respekt für die Finnen und wohl auch anderswo oftmals. (Ist das alles geregelt sind die Finnen sehr hilfsbereit und freundlich, allerdings nicht im Sinne von Freundschaft, das kann dauern.)
    Ländliche Regionen sind schön, ja, auch ruhig, ja – aber sei Dir immer im Klaren darüber daß alles was Du tust und sagst genau registriert wird und es dauern kann bis Du Anschluss findest, ohne Sprachkenntnisse ein no go. Immer schön dran denken, es gibt auch hier kein Niemandsland auch wenn das nächste Haus 10km weit weg ist. Aber auch dieses Haus hat 4G Netz und ist gut verbunden. 😊 Wer das alles im Hinterkopf hat, eine solide Ausbildung in gesuchten Berufen hat und sich auch allein gut beschäftigen kann, könnte hier glücklich werden.

    PS es gibt hier durchaus eine sehr gute Berufsausbildung in Berufsschulen und Berufshochschulen. Als Fliesenleger, Maler etc. sehe ich hier wenig Zukunft, denn auch hier gibt es inzwischen großen Wettbewerb aus den baltischen Ländern. Gesucht wird wie fast überall medizinisches Personal in allen Kategorien besonders im ländlichen Bereich. UND was das Auto angeht bist Du ohne im ländlichen Bereich komplett aufgeschmissen. Nahverkehr gibt es nur in den Städten ausreichend, Mietwagen oder Leasing kannst Du im ländlichen Bereich vergessen.

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    • Liebe Frau Häkli,
      Danke für die zahlreichen interessanten Aspekte Ihres Posts, in vielen Punkten gebe ich Ihnen Recht. Sie schreiben aus der Perspektive von jemandem, der Menschen Infos geben will, die hierher ziehen wollen. Bei meinem Blog ist das allerdings insgesamt nicht das Hauptthema, da ich in der Hauptsache deutschsprachigen Gästen Finnland und Helsinki nahebringen möchte, das Auswandererthema und der dazugehörige Blog ist eher als Randnotiz aufzufassen und Reaktion auf die Suchbegriffe meiner Leserschaft. Wenn ich einen eigenen Blog für Auswanderer schreiben würde, dann kämen viel mehr negative Punkte ins Spiel, der Alltag sieht nun mal überall etwas grauer aus als der Urlaub! Bei der Berufsbildung bleibe ich allerdings weiterhin der Meinung, dass das deutsche duale System dem finnischen System haushoch überlegen ist. Den Jugendlichen hier fehlt oft die Verbindlichkeit, man fühlt sich nicht verantwortlich. Die Bewerbung geht ja nicht an eine Firma, sondern an die Schule und die Berufserfahrung erhält man durch Praktika. Ich weiß allerdings z.B. von äußerst gefragten finnischen Fliesenlegern, die auf Monate hinweg ausgebucht sind, weil sie 1A-Arbeit leisten, man muss sie sich aber auch leisten können. Gute Handwerker sind hier Mangelware. Für die sind die billigeren baltischen Konkurrenten auch kein Problem, aber die Luft oben ist sehr dünn, da ist nicht Platz für viele.

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