Etymologisches rund ums finnische Ostern

Fangen wir mit dem Wort für „Ostern“ an. Sowohl im Deutschen als auch im Englisch ist es noch nicht ganz genau geklärt, woher das Wort stammt, hier eine Zusammenfassung aus Wikipedia:

„Das Herkunftswörterbuch des Duden leitet das Wort vom altgermanischen Austrō > Ausro „Morgenröte“ ab, das eventuell ein germanisches Frühlingsfest bezeichnete und sich im Altenglischen zu Ēostre, Ēastre, im Althochdeutschen zu ōst(a)ra, Plural ōstarun fortbildete. Der Wortstamm ist mit dem altgriechischen Namen der vergöttlichten Morgenröte Ēōs und dem lateinischen aurora „Morgenröte“ verwandt, die ihrerseits weitere Sprachen beeinflusst haben.[6] Die zugrunde liegende indogermanische Wurzel ist das Substantiv *h₂au̯s-os „Morgenröte“, abgeleitet von einer indogermanischen Verbalwurzel *h₂u̯es- „(morgens) hell werden“[7] oder *h₂au̯s- „(aus dem Wasser) schöpfen, Feuer holen“.[8]

Die verkürzte, aber sehr vereinfachende Version davon ist, dass das Wort von einer Göttin mit dem Namen „Ostera“ abstammen würde, was mittlerweile aber nicht mehr als valid angesehen wird, bei dieser Göttin könnte es sich sogar um eine Erfindung handeln!

Im Finnischen sagt man pääsiäinen, in vielen Quellen findet man, dass das Wort verwandt sei zu „Passah“. Viele Sprachen bezeichnen das Osterfest mit einer Wortableitung vom aramäischen pas-cha, angelehnt an das hebräische Wort Pessach, unter anderem:

  • Albanisch: pashkët
  • Dänisch: påske
  • Esperanto: Pasko
  • Französisch: Pâques
  • Griechisch: πάσχα/Pascha [ˈpasxa]
  • Isländisch: páskar
  • Italienisch: Pasqua
  • Katalanisch: Pasqua
  • Niederländisch: Pasen
  • Norwegisch: påske
  • Plattdeutsch: Paasken[2]/Paasch(en)[3]
  • Portugiesisch: Páscoa
  • Rätoromanisch: Pasca/Pasqua
  • Rumänisch: paști
  • Russisch: Пасха/Pascha [ˈpasxa]
  • Schwedisch: påsk
  • Spanisch: Pascua
  • Türkisch: Paskalya

Was sicher ist: Das finnische Wort für eine Osterspezialität „Pasha“ ist ein Abkömmling von „pas-cha“. Pääsiäinen dagegen ist eine Wortschöpfung von Mikael Agricola, dem Schöpfer der finnischen Schriftsprache, die vielleicht oder auch nicht zufällig sich mit dem Pessach ähnelt. Agricola bildete das neue Wort aus dem Verb päästää, das ”entkommen” bedeutet. Gemeint ist das ”Entkommen” aus der Fastenzeit, es schwingen aber auch noch andere ”Entkommen” mit, das ”Entkommen” aus der Sünde und dem Tod.

Pascha – der schwedische Text lässt den Deutschkundigen viel besser erahnen, um was es sich handelt…

Nun zur kulinarischen Abteilung. Mit pasha ist ein karelisches Gericht gemeint, das eine Art Festtagsquark ist, das man am Ostersonntag zum Ende der Fastenzeit isst. Es gibt wie immer verschiedene Versionen, ob zum Beispiel feingehackte Mandeln dazu gehören oder nicht, ist Geschmackssache. Auch kann man die (Kalorien-)Schwere des Gerichts dadurch steuern, indem man weniger oder mehr Butter rein gibt.

Hier eine Version aus „Traditionelle finnische Hausgerichte“, zusammengetragen von Eeva Strehmel und herausgegeben vom Arbeitskreis der finnischen Seemannskirche in Hamburg, Traute Warnke Verlag, Reinbek, 1997:

„Osterpascha (aus Muolaa)

250 gr ungesalzene Butter

300 gr Zucker

500 gr Quark (Anmerkung der Blogschreiberin: das ist hier fettloser Quark; wenn man Quark mit Fettanteilen nimmt, dann Butteranteil reduzieren)

2 Eigelb

3 Teelöffel Vanillezucker (Anmerkung der Blogschreiberin: bzw. einfach nur eine Prise echte Vanille)

Saft einer halben Zitrone

1 Tasse feingehackte Mandeln

4 Eßlöffel Rosinen oder Korinthen

400 ml Schlagsahne

Die Butter schmelzen und abkühlen lassen. Quark, Zucker, Eigelb und Gewürze zu einer gleichmäßigen Masse vermengen, Butter, Rosinen und Mandeln und zum Schluss die steifgeschlagene Sahne dazugeben. Die ganze Masse gibt man in einer mit einem Tuch ausgekleidete Paschaform, in der sie 24 Stunden kühl gestellt wird. Anschließend wird er gestürzt und mit frischen oder eingelegten Früchten dekoriert.“

Wer es leichter haben will, kann Pascha auch fertig im Geschäft kaufen, siehe Foto. Das Produkt hat einen Fettgehalt von 11,9 Gramm, daher am besten wirklich nur am Ostersonntag.

So sieht das Pascha fertig aus dem Geschäft aus.

Ich wünsche allen BlogleserInnen frohe Ostern bzw. hyvää pääsiäistä! (Ja, Ostern wünscht man in der Partitivform, aber das wäre ein Thema für einen eigenen Blog.)

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